بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّحيمِ
﴿ وَاَنَّ الْمَسَاجِدَ لِلّٰهِ فَلَا تَدْعُوا مَعَ اللّٰهِ اَحَداً ﴾
„Wahrlich, die Moscheen gehören Allah allein. Betet darum neben Allah niemanden an.“
﴿ اِنَّمَا يَعْمُرُ مَسَاجِدَ اللّٰهِ مَنْ اٰمَنَ بِاللّٰهِ وَالْيَوْمِ الْاٰخِرِ وَاَقَامَ الصَّلٰوةَ وَاٰتَى الزَّكٰوةَ وَلَمْ يَخْشَ اِلَّا اللّٰهَ ﴾
„Die Moscheen Allahs erhalten nur jene, die an Allah und an den Jüngsten Tag glauben, das Gebet verrichten, die Zakat entrichten und niemanden außer Allah fürchten.“
Zweck und Geltungsbereich
Moscheen sind geweihte Orte, an denen wir Allah anbeten, Ruhe finden und im Geist der Geschwisterlichkeit zusammenkommen. Damit die Würde unserer Moscheen gewahrt bleibt, damit wir unsere Gebete in Ruhe verrichten können und damit das Ethos der Geschwisterlichkeit bewahrt wird, gibt es Regeln, an die sich jede und jeder von uns zu halten hat. In unserer islamischen Tradition werden diese Regeln „Moschee-Etikette (Adab)“ genannt.
Die erste Verantwortung dafür, dass unsere Gebete, Dienste und Veranstaltungen ordnungsgemäß ablaufen, dass Ruhe und Sicherheit der Moschee gewahrt bleiben und dass die Dienste in den Räumen der Moschee wirksam erbracht werden, liegt beim Imam und beim Vorstand der Moschee. Es ist daher angemessen, dass unsere Gemeinde ihrer Anleitung und ihren Hinweisen folgt.
Vergessen wir nicht: Die Moschee-Etikette und die Regeln der Moschee einzuhalten, ist ein Gebot unseres Glaubens, ein Ausdruck unseres Verantwortungsbewusstseins füreinander und wichtig dafür, dass unsere Gebete angenommen werden.
ALLGEMEINE REGELN IN DER MOSCHEE
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Bemühen wir uns, unsere Gebete in Gemeinschaft in der Moschee zu verrichten. Kommen wir in sauberer und angemessener Kleidung in die Moschee, tragen wir nach Möglichkeit einen angenehmen Duft und vermeiden wir es, andere mit unangenehmen Gerüchen zu stören.
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Lassen wir unsere Schuhe nicht im Eingangsbereich stehen, sondern stellen wir sie ordentlich in das Schuhregal.
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Schalten wir unser Handy auf lautlos oder aus.
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Vermeiden wir es, in der Moschee laut zu sprechen oder zu rufen. Halten wir uns von jedem Wort, jeder Haltung und jedem Verhalten fern, das der geistlichen Atmosphäre der Moschee widerspricht und unsere Geschwisterlichkeit, unsere Einheit und unseren Zusammenhalt beschädigt.
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In unseren Moscheen, in denen Gläubige unterschiedlicher Hautfarbe, Sprache und Herkunft zusammenkommen, müssen Liebe, Respekt und Toleranz vorherrschen. Halten wir uns deshalb von jeder Polemik fern: Wir sollten uns nicht auf alltägliche Streitgespräche und Auseinandersetzungen einlassen, die zu Groll und Entfremdung führen, wir sollten keine politischen Äußerungen machen und weder Lager- und Gruppenbildung noch Regionaldenken betreiben.
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Wir müssen wachsam sein gegenüber jeder Handlung, jedem Versuch und jeder Provokation, die auf unsere Ruhe, unsere Einheit und unseren Zusammenhalt zielen. Lassen wir uns in solchen Situationen nicht aufwiegeln, handeln wir besonnen und wenden wir uns an die Anleitung des Imams und des Vorstands der Moschee.
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Stellen wir eine verdächtige oder bedenkliche Lage fest, welche die Sicherheit der Moschee oder der Gemeinde bedroht, müssen wir unverzüglich den Imam, den Vorstand der Moschee oder erforderlichenfalls die zuständigen Stellen verständigen.
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Moscheen sind ein gemeinsames Gut, das wir alle als Gläubige bewahren und lebendig halten müssen. Fragen zu den Diensten, den Veranstaltungen oder der Verwaltung der Moschee besprechen wir vorrangig zuerst mit dem Imam und mit dem Vorstand. Vergessen wir nicht: Fehlende Transparenz, das Ausweichen vor einem klärenden Gespräch und eigenmächtiges Handeln führen uns in Zwietracht und Spaltung und beschädigen unsere Geschwisterlichkeit.
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Aus Ehrfurcht müssen wir Koranexemplare an hohen und sauberen Orten ablegen; wir sollten es vermeiden, sie auf den Boden zu legen oder andere Gegenstände darauf zu stellen.
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Wir müssen in der Moschee und in ihren Nebenräumen auf Sauberkeit achten. Hinterlassen wir die Waschräume (Wudu) und die Toiletten sauber und werfen wir keinen Abfall auf den Boden.
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Wir sollten im Gebetsraum weder essen noch trinken. Bewirtungen für die Gemeinde, etwa das Iftar-Essen oder das Gebäck zu einem Kandil, bieten wir in den dafür geeigneten Räumen und mit Zustimmung des Vorstands der Moschee an.
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Wir müssen Verschwendung beim Gebrauch von Material sowie beim Wasser- und Stromverbrauch vermeiden.
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Wir müssen mit den Gegenständen in der Moschee und in ihren Nebenräumen sorgsam umgehen und darauf achten, sie nicht zu beschädigen. Ohne Erlaubnis des Imams und des Vorstands der Moschee dürfen wir diese Gegenstände nicht mitnehmen.
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Unsere Kinder sind die Gewähr unserer Zukunft; ihnen unsere Werte weiterzugeben und sie zu Menschen zu erziehen, die ihrer Familie, ihrem Umfeld und der ganzen Menschheit nützen, ist die Verantwortung von uns allen als Eltern. Um in ihnen ein Bewusstsein für das Gebet zu wecken und ihnen die Moschee lieb zu machen, sollten wir unsere Kinder von klein auf in die Moschee mitnehmen und ihnen die Moschee-Etikette beibringen. Als Erwachsene müssen wir jedes Verhalten, das diese kleinen Gäste der Moschee und der Religion entfremden würde, entschieden vermeiden.
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Gegenüber Gästen anderen Glaubens, die unsere Moschee besuchen, sollten wir respektvoll, verständnisvoll und hilfsbereit sein.
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Kommen streunende Tiere auf das Gelände der Moschee, sollten wir sie mit Sanftmut und Barmherzigkeit behandeln und versuchen, ihren Bedarf an Wasser und Futter zu decken.
REGELN BEIM GEBET, BEI DER PREDIGT UND DER CHUTBA
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Wir sollten uns bemühen, rechtzeitig zum Gebet zu kommen und den Adhan (Gebetsruf) sitzend in der Moschee zu hören.
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Beim Gebet in Gemeinschaft sollten wir darauf achten, unsere Reihen geschlossen und gerade zu halten und in den vorderen Reihen keine Lücken zu lassen.
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Beim Gebet in Gemeinschaft dürfen wir uns nicht vor dem Imam bewegen.
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Wir dürfen Betende niemals stören, etwa indem wir vor ihnen vorbeigehen oder während des Gebets laut rezitieren.
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Wir müssen der Predigt und der Chutba (Freitagspredigt) aufmerksam zuhören. Besonders während der Chutba sollten wir nicht sprechen und uns nicht mit dem Handy oder mit etwas anderem beschäftigen, sondern uns an die Etikette der Chutba halten.
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Halten wir eine Aussage des Redners in der Predigt oder in der Chutba für falsch, sollten wir einen vorschnellen Einwand, Zorn und lautstarke Reaktionen vermeiden. In solchen Fällen können wir das Thema später, in einem geeigneten Rahmen und in angemessenem Ton, ansprechen.
أَحَبُّ الْبِلَادِ إِلَى اللهِ مَسَاجِدُهَا
„Die Allah liebsten Orte in den Städten sind ihre Moscheen.“
Wir bitten unseren erhabenen Herrn darum, dass wir unsere Gebete in unserer Moschee aufrichtig und in Ruhe fortsetzen, unsere Einheit und unseren Zusammenhalt stärken und noch viele gesegnete Veranstaltungen durchführen können. Wir danken unserer geschätzten Gemeinde und unseren Gästen für ihr Verständnis.
Der Vorstand der Moschee
Text: Belgische Diyanet-Stiftung — Fassung vom Juni 2026.